Die Zukunft des Lesens — Lesen nach KI

Die Zukunft des Lesens — Lesen nach KI

Christoph Engemann

Matthes & Seitz Berlin · Fröhliche Wissenschaft · 2025 · 158 S.

ISBN 978-3-7518-3041-6

Das Lesen ist in der Krise, das Schreiben wird durch generative KI automatisiert: Die Alphabetisierung ist im Wandel begriffen. Verlage, Bildungseinrichtungen, die Presse und andere Institutionen der Schriftkultur finden sich in der Defensive wieder.

Deren Fixierung auf Literalität übersieht, dass KI es den Plattformen ermöglicht hat, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit neu zur Verhandlung zu stellen. Auf Plattformen werden das gesprochene und das geschriebene Wort mit weitreichenden kulturellen, politischen und sozialen Folgen rekombiniert: Wo KI verbale Äußerungen und Texte gleichermaßen verarbeiten kann, beginnen orale über literale Formate zu dominieren.

Damit läuft das Lesen Gefahr, eine Kulturtechnik der Wenigen zu werden. In Die Zukunft des Lesens zeigt Christoph Engemann, wie die neuartige Plattform-Oralität von Podcasts, Onlinevideo und TikTok nicht nur das Lesen verändert, sondern deren KI-gestützte Monopolisierung auch die Offenheit der Sprache infrage stellt.

In der Reihe Fröhliche Wissenschaft erschienen, untersucht Engemann, wie Künstliche Intelligenz das Lesen verändert. Die Monographie reflektiert die Transformation von Lesegewohnheiten, Textproduktion und literarischer Kultur im Zeitalter generativer KI.

Inhaltsverzeichnis
  1. Krise des Lesens
  2. Lesen beobachten
  3. Exkurs: Graphen — die Ordnung sozialer Daten
  4. Schreibzeug & Plattform-Oralität
  5. Virtuelle Universitäten
Engemann verweigert sich dem Krisengeraune und verweist auf die transformatorischen Potentiale, die mit einer Verschiebung vom Schriftlichen ins Mündliche verbunden sind.
FAZ
Wenn Chats, E-Mails und Propaganda-Artikel in Zukunft nur noch von Maschinen geschrieben und von Maschinen gelesen werden, können Menschen einfach wieder Bücher lesen.
— DIE ZEIT
So lesenswert — gerade weil Engemann sich dem Krisengeraune verweigert und auf die transformatorischen Potentiale verweist.
— SWR Kultur
KI Lesen Medientheorie Buchkultur Plattform-Oralität
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